Das Anti-Facebook kommt Mitte September 2010
Nichts weniger als eine Revolution der sozialen Netzwerke strebt Diaspora an: Das von Online-Nutzern gemeinsam finanzierte Projekt soll eine Art freies Facebook werden, bei dem Datenschutz-Bedenken fehl am Platze sind.
Das Hauptaugenmerk bei Diaspora liegt deshalb auch bei einer intuitiv zu bedienenden Oberfläche, die es auch Laien ermöglicht, problemlos festzulegen, welche Inhalte Arbeitskollegen sehen können und welche Inhalte nur für die Augen von Freunden bestimmt sind.
Diaspora hatte bei seiner Ankündigung bereits für reges Rauschen im Blätterwald gesorgt und soll bereits Mitte September starten. Die Gründer konnten insgesamt 150.000 Dollar an Spendengeldern einsammeln, um ihre Vision der freien Facebook-Alternative in die Tat umzusetzen. Die Datenspeicherung erfolgt bei Diaspora nicht auf fremden Servern, sondern auf dem eigenen Rechner: Alle veröffentlichten Daten bleiben ausschließlich auf dem Rechner des Nutzers gespeichert. Andere Nutzer können darüber nur via P2P zugreifen – jenes System, das auch bei enorm erfolgreichen Download-Netzwerken genutzt wird.
Ab Mitte September wird sich also zeigen, ob Diaspora nur ein kurzer Achtungserfolg oder die lang ersehnte Alternative zu Facebook wird. Ein drittes Szenario ist auch noch denkbar: Diaspora könnte auch an den hohen Erwartungen scheitern und mit Spott und Häme überzogen werden. Bislang stehen die Zeichen jedoch eher auf Erfolg, denn die Entwickler haben bereits mitgeteilt, dass sie nicht die Fehler anderer sozialer Netzwerke begehen. Wollen wir also hoffen, dass es sich dabei nicht um ähnliche Lippenbekenntnisse handelt wie beim Datenschutz von Facebook.
Kurios dabei ist, dass selbst Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Diaspora unterstützt: Seiner Ansicht nach ist Diaspora eine “coole Idee”.
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