Privater Modus? Von wegen!
Es ist eine Binsenweisheit, die viele Anwender nicht wahrhaben wollen: Absolute Anonymität kann es im Netz nicht geben. Zwar besteht die Möglichkeit, die eigenen Spuren zu verschleiern und die hinterbliebenen Surfspuren zu löschen - doch wie wirkungslos dies ist, unterstreicht eine aktuelle Studie:
IT-Profis der Stanford-Universität haben sich die “Private Browsing”-Modi von Firefox, Internet Explorer und Chrome angeschaut. Dabei sind sie zu einem mehr als ernüchternden Ergebnis gekommen. Eigentlich sollten die Private Browsing-Modi ihrem Namen alle Ehre machen – privates Surfen sollte ohne verräterische Datenspuren möglich sein.
Doch bereits im Grundkonzept von Private Browsing steckt der Wurm: Während der Browser in der Tat deutlich weniger Daten an den besuchten Web-Dienst übermittelt, werden die vorhandenen Erweiterungen nicht an der kurzen Leine gehalten. Insbesondere der Flash Player von Adobe ist eine eifrige Datenkrake, die genau Buch über angeschaute Videos führt. Diese Informationen können Sie auch nicht über die herkömmlichen Mittel und Wege löschen: Der Flash Player legt seine Cookies in eigenen Verzeichnissen ab und sammelt weit mehr Daten ein, als es sich Firefox, der Internet Explorer oder Chrome erlauben.
Außerdem gaukelt Private Browsing auch vor, dass die übertragenen Daten wesentlich besser geschützt sind als beim normalen Surfen. Doch dies ist nicht der Fall: Beim Download von Dateien bei einer Filesharing-Website ist weiterhin die Route feststellbar, die eine heruntergeladene Datei durch das Internet gekommen hat. Von der Download-Website bis zu Ihrem Rechner ist anhand Ihrer IP-Adresse eine weitgehende Nachverfolgung möglich.
Zur Ehrenrettung von Private Browsing muss natürlich relativierend hinzugefügt werden, dass diese Surfi-Modi neugierigen Schnüffelnasen definitiv das Leben erschweren: Es gehören weitaus fundiertere Kenntnisse als ein paar Mausklicks dazu, aus den beim Private Browsing angefallenen Daten einen Verlauf der besuchten Seiten zu erstellen. Sie surfen also sicherer und anonymer durch Private Browsing – doch einen wirklich allumfassenden Schutz sollten Sie sich davon nicht versprechen.
Newsletter anfordern
Fordern Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter mit wertvollen Tipps und heißen News rund um Windows, PC-Sicherheit und mehr an.
Wir spammen Sie nicht zu!
Hinterlassen Sie einen Kommentar







