Ipad-Konkurrent JooJoo im Kurztest – lohnenswert oder nicht?
Nachdem Netbooks der letzte Schrei waren, geht der Trend jetzt noch mehr zum Couchcomputing: Bequem auf dem Sofa sitzen und mit einem ultramobilen Rechner im Netz surfen, eBooks lesen und mit einfach zu bedienenden Apps und Spielen Spaß haben. Auf eine Tastatur wird dabei verzichtet, stattdessen dient der berührungsempfindliche Bildschirm als Eingabegerät. In diesem heiß umkämpften Markt soll auch das JooJoo punkten und sich gegen das iPad behaupten. Wir haben das JooJoo bereits unter die Lupe genommen und in einem Kurztest für Sie auf Herz und Nieren geprüft:
Mit einer Auflösung von 1.366 x 720 Bildpunkten ist auf dem 12,1 Zoll großen Display deutlich mehr zu sehen als auf dem iPad, das mit 9,7 Zoll und 1.024 x 768 Pixeln daherkommt. Außerdem unterstützt das JooJoo Flash, was für viele Anwender ein klares Argument gegen das iPad ist. Außerdem besitzt das JooJoo einen USB-Port und kann sich damit ebenfalls positiv vom iPad abheben.
Wenn es hingegen um den Speicherplatz geht, hat das iPad die Nase bereits in der günstigsten Ausführung die Nase vorn: Im JooJoo steht lediglich eine SSD mit 4 Gigabyte Speicherplatz, während das iPad mit 16 bis 64 Gigabyte Flashspeicher ausgeliefert wird. Der Speicher des JooJoo lässt sich allerdings über USB erweitern – dabei können auch Videos und Musik von der externen Festplatte abgespielt werden.
Als Betriebssystem kommt auf dem JooJoo ein Browser-Betriebssystem auf Linux-Basis zum Einsatz, das in rund 10 Sekunden startet und somit sehr schnell verfügbar ist. Zum Surfen im Internet ist das JooJoo damit optimal geeignet, auch wenn Webseiten bislang nicht vergrößert werden können. Dieses Problem soll jedoch mit einem Update im nächsten Monat behoben werden. Negativ fällt jedoch auf, dass ausschließlich online-basierte Anwendungen genutzt werden können. Hier hat das App-Modell von Apple die Nase vorn bzw. bietet mehr Komfort. Ein App Store für das JooJoo existiert nämlich nicht – auch wenn bei einer Pressekonferenz großspurig behauptet wurde, dass das JooJoo auf den größten App Store der Welt zugreifen kann. Doch nach einer Sekunde voller ehrfürchtigem Staunen wurde hinterhergeschoben, dass damit das Internet gemeint ist.
In den ersten Minuten mit dem JooJoo steht zunächst die Gewöhnung an die Oberfläche auf dem Programm, die jedoch übersichtlich und logisch strukturiert ist. Dann die ersten Online-Videos: Selbst in HD-Auflösung werden sie ruckelfrei abgespielt – hier kann der verbaute ION-Chipsatz von Nvidia seine Stärken ausspielen. Nach rund 4 Stunden ging dem JooJoo der Saft aus. Kein besonders toller Wert und weit vom Atem des iPads entfernt, das deutlich länger durchhält.
Während es das iPad auf ein Gewicht von 680 Gramm ohne und 730 Gramm mit G3-Modul bringt, wiegt das JooJoo bereits 1,1 Kilogramm und erreicht damit Netbook-Dimensionen. Um es dauerhaft mit einer Hand zu halten, ist es auf Dauer zu schwer – bereits beim iPad macht sich beim einhändigen Halten nach kurzer Zeit das Handgelenk bemerkbar.
Zum Kampfpreis von 359 Euro plus Versandkosten in Höhe von 15 Euro sowie rund 70 Euro Mehrwertsteuer kann das JooJoo bereits im amerikanischen Online-Shop auf der gleichnamigen Website vorbestellt werden. Die Auslieferung in Deutschland soll ab dem 12. Mai 2010 beginnen.
Fazit: Für’s mobile Surfen und für Videos ist das JooJoo eine tolle Lösung – allerdings reicht die Funktionsvielfalt längst nicht ans iPad heran. Vorheriges Ausprobieren ist also empfehlenswert, denn mit dem tastaturlosen Tablets mit Multitouch-Display betritt eine völlig neue Geräteklasse die Bühne. Da heißt es genau überlegen, mit welchem Gerät man seine eigenen Ansprüche am besten befriedigen kann.
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